Saisoneröffnung am Ersten Mai auf der Weilerburg

Der Winter hat uns lange genug im Griff gehabt. Zeit wieder für schöne Ausflüge ins Freie, Hocken unter Baumkronen und um die Feuerstelle, für kühle Blonde und heiße Rote. Wo geht das besser, als bei schönem Wetter auf der Weilerburg. Abseits von stinkenden Autos und lärmenden Motorrädern, umgeben von saftigen Wiesen und idyllischen Laubwäldern – das ideale Wochenend-Ziel für die Familie, für Junge und Alte, für alle Freunde von frischer Luft und frischer Brise. Verbunden mit herrlicher Aussicht vom historischen Burgturm auf Rottenburg und Weiler, übers Neckartal bis zu den Höhen des Nordschwarzwalds, über den Rammert bis zur Burg Hohenzollern.

Traditionsgemäß ist die Weilerburg ab dem ersten Mai an allen Wochenenden und in den Sommerferien bei schönem Wetter täglich bewirtet, brennt das Feuer an der großen Schwenkgrill-Feuerstelle. Kommen Sie hin, wenn die Fahne auf der Turmspitze weht, bringen Sie Kinder und Großeltern mit, gerne auch Ihr eigenes Grillgut. Zum Trinken ist immer genug da, und auch die Rote Wurst oder leckere Knabbereien bekommen Sie hier.

Zur Eröffnung der Saison war man auf einen großen Ansturm von Besuchern vorbereitet. Und das war gut so, denn kaum ein Platz an den Tischen und Bänken blieb unbesetzt. Petrus sorgte für einen schönen Tag, mit viel Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen – man sollte ihm die Ehren-Mitgliedschaft im Alpenverein verleihen. Ab neun Uhr brannte das Feuer, Tische und Bänke waren gerichtet, Zapfanlage und Steakgrill waren bereit.

Auf dem Platz vor der Blockhütte hatte die Freie Historische Narrenzunft Rottenburg ein mittelalterliches Lager aufgebaut, um interessierten Besuchern einen Einblick in den Alltag des Lebens auf einer Burg zu gewähren. Hier wurde mit bloßen Händen Brotteig hergestellt und im eigens errichteten Backofen zu Brot gebacken. Im Lagerzelt durfte man sogar auf harten Betten probeliegen. Das Handwerk der Gerber wurde gezeigt, und die Zubereitung der Mahlzeiten in freier Natur. Für Kinder waren Spiele vorbereitet, bei denen sie sich in Geschicklichkeit üben konnten, sie konnten Hufeisen werfen, mit der Armbrust schießen und mehr.

Peter Wagner, der bekannte Erforscher der Weilerburg und Autor mehrerer Bücher, stand bereit, um anhand von Planzeichnungen und dem Modell einer Rekonstruktion Fragen zur Geschichte der Burg und ihrer Bewohner zu beantworten. Hier konnten Hobby-Historiker staunend erfahren, daß die Burg sich einst auf einem unbewaldeten Hügel befand und von einem Befestigungswall umgeben war, daß sich ausgedehnte Kellerräume unter dem heutigen freien Platz befanden. Und dass die Weilerburg – oder richtiger: Altrotenburg – die Keimzelle eines späteren Weltreiches darstellte. Schließlich wurde hier Gertrud von Hohenberg geboren, die als Königin Anna, Gemahlin von Rudolf von Habsburg, zur Stammmutter des Kaisergeschlechts der Habsburger wurde.

Schon um halb elf zählte ich sechs Kinderwagen und zwei Leiterwagen, die geduldig den Weg von Weiler heraufgeschoben worden waren. Schnell füllte sich der Platz, und die Wirte hatten bald alle Hände voll zu tun, um für Nachschub an Limo und Cola, Halben und Weizen, Roten und Steaks zu sorgen. Die Kinder hatten einen großen Spaß an den Spielen und Vorführungen der Narrenzunft, und um die Feuerstelle scharten sich ständig Väter und Mütter, um geduldig darauf zu warten, bis das Schwenkgut richtig durchgebraten war. Es herrschte richtig gute Stimmung, schöner kann man den 1. Mai kaum verbringen.

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