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2. Tag: Otterndorf – Brobergen

Fährmann, hol över!

08. Juni 2014

ein genauer Zustandsbericht erscheint heute schwierig… Fakt ist: Thomas hat die längste Etappe der gesamten Tour von Otterndorf nach Brobergen geschafft. 42 km – Wahnsinn! in 8 1/2 Stunden, das ergibt einen Schnitt von mehr als 5 km/h. Begleitet von einem heftigen Regenschauer, wobei er dürftigen Schutz unter einem Baum gefunden hat.

Brobergen ist ein kleines Dorf an der Oste, einem Nebenfluß der unteren Elbe. Dort führt keine Straße über den Fluß, statt dessen gibt es eine Fähre, eine sogenannte Prahmfähre, aus dem Jahre 1924 und unter Denkmalschutz. Diese Fähren besaßen ursprünglich keinen eigenen Antrieb, sondern mußten von einem Fährmann von Hand an einem Seil gezogen werden. Die Fähre von Brobergen ist zwar mittlerweile motorisert, aber ohne einen Fährmann geht auch heute nix.

Prahmfähre

Die Prahmfähre von Brobergen

Klaus Staiger heißt dieser Fährmann. Zusammen mit Kirsten, Rosemarie, der Schwiegermutter Hannelore und Jörg, dem 1. Vorsitzenden des Brobergener Schützenvereins, haben sie beobachtet, wie unser Thomas völlig erschöpft am Ufer der Oste sein Zelt aufgebaut hat. Klaus und seine Kameraden sind Norddeutsche, und Norddeutsche sehen es gar nicht gerne, wenn ein wandernder Schwabe in einem notdürftigen Zelt auf hartem Boden seine Nacht verbringen muß. Dem muß geholfen werden. Wozu hat man schließlich ein Gästezimmer im Fährhäuschen? Und sie wissen auch, wie man einen störrischen Schwaben dazu bringt, sein Zelt freiwillig wieder abzubauen. Mit viel Zuspruch und noch mehr Trinksprüchen; solange bis der letzte Widerstand gebrochen ist. Der dadurch einsetzende körperliche und geistige Allgemeinzustand war dann verantwortlich dafür, daß eine genaue Berichtserstattung mit verständlichen Worten und zusammenhängenden Sätzen erheblich erschwert war.

Was soll’s. Thomas befindet sich in einer lustigen und ausgesprochen gastfreundlichen Gesellschaft, er ist also bestens aufgehoben. Aber ob diese lustigen Gesellen ihn am nächsten Morgen wieder ziehen lassen, das bleibt abzuwarten. Vielleicht gelingt es ihnen ja auch, ihn in einem Bad in der Oste wieder herzurichten und anschließen zu vereinnahmen. Dann wird Thomas eben Fährmannsgehilfe und zieht künftig Norddeutsche und Süddeutsche und wandernde Schwaben über die Oste. Moin, moin.

 


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