Ausflug ins Obere Donautal

Alpine Pfade zum Zweiten

Auch dieses Jahr wollten „alpine Pfade“ im Oberen Donautal erkundet werden. So machten sich 12 Sektionsmitglieder am 30. April für zwei Tage wieder auf den Weg ins Obere Donautal. Die Anfahrt erfolgte in Fahrgemeinschaften.

Ziel war das Wanderheim „Rauher Stein“ des Schwäbischen Albvereins im Dörfchchen Irndorf oberhalb des Tales. Von hier aus galt es, in den nächsten zwei Tagen Wege und Pfade in den Berghängen links und rechts donauaufwärts Richtung Fridingen zu erkunden.
Die erste Streckenwanderung führte über einen Umweg zum Berggasthof „Knopfmacherfelsen“ und von dort sollte es per Bus wieder zurück nach Irndorf gehen.
Trotz regnerischem Wetter, wurden die Wanderschuhe geschnürt und zur Einstimmung ging’s dann auch gleich zum Aussichtsfelsen „Rauher Stein“ mit Blick ins Tal Richtung „Mauruskapelle“.

Der weitere Weg führte nun Richtung Beuron, das wir auf halber Höhe passierten. Dabei waren wir wohl vom geplanten Weg abgekommen (aber keiner hat’s gemerkt :-)). Aber zum Glück führen ja bekanntlich alle Wege nach Rom bzw. nach Beuron. Und so konnten wir über einen schmalen, wilden Pfad durch eine wildromantische, kleine Schlucht inklusiv tierischer Knochenfunde, wieder den ursprünglich geplanten Weg erreichen.

Das nächste Ziel war der Soldatenfriedhof von 1814 in Hanglage direkt an Verbindungsstraße von Beuron – Fridingen. 1814 war im Kloster Beuron ein österreichisches Lazarett untergebrach. Damals kämpften Deutsche und Österreicher zusammen gegen die „Grande Armée Napoleons“.

Gleich nebenan auf einem Felsvorsprung steht ein Gedächtnistempel –  ein Mahnmal und eine Erinnerung an die Gefallenen aus Beuron der beiden Weltkriege und an die toten Österreicher. Auch diejenigen, die im Lazarett in Beuron bis 1945 starben, sind dort genannt.

Auf Forstwegen in Hanglage ging‘s nun zum Aussichtspunkt „Knopfmacherfelsen“ mit Blick auf das ferne Beuron in die eine Richtung, und in die andere Richtung auf das Ausflugslokal „Jägerhaus“ auf der andere Talseite. Der Name „Knopfmacherfelsen“ geht auf eine gleichnamige Sage vom Knopfmacher zurück: Am 4. April 1823 soll am „Knopfmacherfelsen“ der ehrbare Knopfmacher Fidelis Martin abgestürzt sein.

Der Berggasthof „Knopfmacherfelsen“, unser späteres Ziel, ließen wir rechts liegen und folgten dem Forstweg, der später in einen schmalen Pfad übergeht. Dieser Weg führte uns ins Tal an die Donau. Dort angekommen bestand die Möglichkeit das andere Ufer der Donau über eine Felsbrocken-Brücke zu erreichen. Eine kleine Herausforderung, die aber alle meisterten. Aber wir wollten nicht auf das andere Ufer sondern unsere Wanderung Richtung „Sperberloch“ fortsetzen.

Dann, wahrlich wie aus dem Nichts, sah man einen Blitz und gleich hinter her ein Donner, und dann setzte ein heftiger Regenguß ein. Zum Glück bot uns die Versorgungshütte des Jugendzeltplatzes „Bronnen“ gleich neben an Unterschlupf, bis der Schauer vorbei war.

Aufwärts ging‘s nun in Serpentinen auf einem schmalen und steinigen Pfad zum „Sperberloch“, das sich eher als eine nicht zu kleine Höhle entpuppte.

Weiter auf einem Höhenzug sollte es zum „Bettelmannsfelsen“ gehen, der steil und direkt über der Donau steht, und dann weiter hinab zur Donau. Aber nach diesem starken kurzen Regenguss schien der kaum erkennbare Pfad zu schwierig; es wollte ja keiner in der Donau landen. Wir nahmen dann den „Normalweg“ zur Talsohle.

Es ging nun die Donau entlang, vorbei am Fuße des „Stiegelesfels“, die „Eigernordwand“ des Donautals. Nächstes Ziel war die Spitze des „Laibfels“; ein durch Buschwerk versteckter Pfad führte steil hinauf und oben grüßten die  sog. „Küchenschellen“ eine Verschnaufpause war nun angebracht.

Frisch gestärkt führte uns unser Wanderweg weiter über einen Höhenzug zur „Mattheiserkapelle“. Von hier aus ging‘s  direkt zum Bergasthof „Knopfmacherfels“. Das Ziel des heutigen Tages war erreicht und eine Einkehr mit Kaffee und Kuchen o. ä. war verdient. Der Bus brachte uns nach Irndorf zurück und bald war das Wanderheim erreicht. Der Tagesausklang konnte beginnen.
Am nächsten Tag starteten wir unsere Wanderung am Bahnhof in Beuron mit dem Ziel Fridingen. Diesmal auf der linken Seite der Donau aufwärts. Das erste Ziel war das „Liebfrauental“, ein Seitental des Donautals, mit Lourdes-Grotte, die man über einen Kreuzweg erreichen konnte.

Der Weg am Talschluss führte uns schnurgerade auf das noch bewohnte Schloss Bronnen, das auf einem Felsen thront, zu.  Wir ließen dieses jedoch links liegen und liefen runter Richtung zur Jägerhaushöhle.

Unten war nun wieder die Felsbrocken-Brücke zu sehen, die wir am Vortag ja „wagemutig“ überschritten hatten, bevor uns der „Blitz traf“. Aber wir wollten nicht ins Tal, sondern es ging nun in Serpentinen wieder hinauf zum Fuß des mächtigen Felsen auf dem das Schloss Bronnen stand. Hier war auch die mächtige „Bronnenhöhle.

Weiter dem Traufweg folgend, überquerten wir das Esel- und Bachtal, oberhalb vorbei an der „Teufelsküche“ (kleiner Canyon) bis zur „Ruine Kallenberg“. Hier war Vesperpause angesagt.

Nun ging’s bergab zur Donau bis zum Hof „Ziegelhütte“. Hier gab’s dann den ersehnten Kaffee und Kuchen, leider nur aus Automaten. Wir mussten nun nur noch einen Höhenzug überwinden und das Ziel Fridingen war in Sichtweite. Leider war der Bahnhof auf der anderen Ortsseite. Wir mussten uns beeilen, wollten wir doch den Zug am 16 Uhr nach Beuron noch erreichen.
Auf einem Felsvorsprung oberhalb der Donau steht prominent sichtbar ein kleiner „Rundtempel“, der zum Soldatenfriedhof von 1814 gehört. Er wurde 1914 im Beuroner Kunststil errichtet, zum Gedenken an die seit dem Koalitionskrieg gegen Frankreich umgekommenen Soldaten und Einwohner Beurons. 1814 war im Kloster ein österreichisches Lazarett eingerichtet, in dem 37 Soldaten gestorben sind.

Termin 30.  April – 01. Mai 2022
Organisation + Führung Wolfgang Dahms
Teilnehmer*innen Hanna, Irene, Margrit, Moni, Pamela, Sonja,
Eberhardt, Gustav, Horst, Joseph, Richard
Bericht Wolfgang

Zusatz-Info:
Wie man auch im Tal auf einer Tafel lesen kann, hat der Tempel keineswegs seinen Ursprung in der Antike. Vom Baustil hier ist er wohl eher dem Historismus zuzurechnen. Es ist im eigentlichen Sinne auch kein Tempel, sondern ein Ort der Erinnerung.
Der im Kloster Beuron beheimatete Pater Ladenburger, auch Pater Maurus genannt, brachte die Idee für den Bau des Tempels dort an. Sein Ansinnen wurde 1913 umgesetzt und zwar als Jubiläum der “Befreiungskriege” 100 Jahre zuvor. Damals kämpften Deutsche und Österreicher zusammen gegen die „Grande Armée“ Napoleons. Man spricht von den “Befreiungskriegen”, weil die Bevölkerung auf mehr Demokratie und Mitbestimmung hoffte. Sie wurde enttäuscht und weitere 105 Jahre regierte der Adel im Lande.
Heute ist der Gedächtnistempel ein Mahnmal und eine Erinnerung an die Gefallenen der beiden Weltkriege aus Beuron und an die toten Österreicher. Ebenso sind diejenigen aus Beuron genannt, die im dortigen Lazarett bis 1945 starben.