Fünf-Seen-Wanderung am Pizol

Wir trafen uns am Samstag den 09.07.11 um 6:00 Uhr um in das schweizerische Wangs im Kanton Graubünden zu fahren. Unterwegs kamen manchem doch Zweifel, ob es heute ein guter Tag zum Bergwandern ist, denn die Wolken um den Bodensee ließen einige Tropfen fallen. Je weiter wir ins Rheintal hinein kamen, desto trockener wurde es und die ersten Wolkenauflockerungen ließen uns hoffen, dass wir bei trockenem Wetter in Wangs ankommen könnten.

Pizol

Nach 3-stündiger Fahrt erreichten wir um 9 Uhr den Parkplatz der Pizolbergbahn. Die ersten Höhenmeter zur Talstation wurden bequem mit einem Lift zurückgelegt. Thomas organisierte unsere Billetchen für die Bergbahn. Der Aufstieg mit der Bergbahn ging über drei Stationen. Zuerst mit einer Gondel und danach zweimal mit einem Sessellift zu der 2227 m hoch gelegenen Pizolhütte. Vor der Pizolhütte ging ein leichter Wind, die Temperatur lag bei ca. 15 Grad und der Weg zum Wildsee war sehr wolkenverhangen. Mancher fragte sich  ob wir heute noch nass werden?

Wir marschierten los und reihen uns in die Karawane der vielen Eidgenossen ein, die heute am ersten Tag des regelmäßigen Betriebs der Sommersaison die gleiche Idee hatten. Während der Weg sich durch ein Hochtal schlängelte waren an den Wegränder große Gruppen von Frühlingsenzianen zu sehen. Wer einen Blick zurück wagte, sah den ersten See der 5-Seen-Strecke, den „Wangsersee“, den wir allerdings nicht besucht hatten.

Vor uns hörte das Tal auf und wir mussten über Serpentinen hoch zum Übergang „Wildseeluggen“ auf 2493m. Das „luggen“ lohnte sich. Der Wildsee lag im türkisgrünen Wasser unter uns. Dahinter waren die Ausläufer des Pizolgletschers und darüber in den Wolken der Pizol, gegenüber die Grauen Hörner und der Hochwart zu sehen. Zwischendurch kam die Sonne zum Vorschein und gab dem Wasser eine noch  kontrastreichere Farbe. Über einen Gletscherschliff gingen wir eine Etage tiefer zum nächsten See, dem Schottensee. Das Wasser des Sees war wirklich so klar dass man von hier oben in die Tiefe des Sees hinein schauen konnte. Am rechten Seeufer entlang ging es zu einem weiteren Gletscherschliff, der uns zum pausieren einlud.

Den langen steilen Anstieg zum Schwarzplangg auf 2505 m hoch hatten wir uns für nach der Pause aufgehoben. Da sich das Wetter zwischenzeitlich in mehr Sonnenschein gebessert hatte zeigte sich der Schwarzplangg als toller Aussichtsberg mit einer schönen Aussicht Richtung Bodensee, übers Rheintal, ins Rätikon und im Hintergrund auf die Berge der Churfürsten im Norden und der Schesaplana im Osten. Tief unter uns lag der vierte See, der „Schwarzsee“. Über Kehren ging es hinunter zum See, um gleich danach wieder auf der gegenüberliegenden Seite zum Rosstall auf 2456 m aufzusteigen. Dort gab es eine Fülle von Steinmännchen in allerlei Größen, einige waren bis zu 1,8m hoch.

Nach kurzer Pause, in der Einige ein weiteres Steinmännchen aufbauten, gingen wir über einen Bergrücken zum fünften See dem „Baschalvasee“ hinunter. Die Blumenfülle wurde immer größer und so ließen Peter, Marion und ich es uns nicht nehmen, die vielen Blumen mit Fotos zu dokumentieren. Strochenschnabel, Stengelloser Enzian, Frühlingsenzian, und vereinzelt waren noch einige spätblühende Alpenrosen zu sehen. Weiter dem Weg folgend gingen wir durch Steilhänge und Schutthalden zur Alp Gaffia und der Bergstation hinunter.

Gerne wären wir in der Alpe noch eingekehrt aber wir waren bereits recht spät dran. Wir hatten mehr Zeit für die Bergwanderung in der abwechslungsreichen Landschaft mit den vielen Seen und den vielen Blumen und der schöne Aussicht benötigt.  Da der Betriebsschluss der Bergbahn auf 16:30 Uhr angesagt war, fuhren wir gleich nach Wangs hinunter, um dort noch in einem Gasthaus einzukehren und auf der Terrasse unter Sonnenschirmen den schönen Tag ausklingen zu lassen..


Danke Thomas für das tolle Bergerlebnis mit der wunderbaren Flora.

Norbert

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