Hochtouren im Ötztal

Fünf Bergsteiger erlebten drei herrliche Tage im Naturpark Ötztal mit Sonnenschein und Gipfelglück.

Ötztal - Gipfelgrat zur Fineilspitze

Ötztal – Gipfelgrat zur Fineilspitze

Ursprünglich geplant als Viertagestour mit Stützpunkt Martin-Busch-Hütte, mussten die Bergsteiger aus Rottenburg um Bernd Widman aufgrund der vollen Hütte die Route ändern. Man startete motiviert und vom Regen unbeeindruckt am Donnerstag recht früh in der Neckarstadt. Über Ulm, den Fernpass und Reschen wurde der alternative Ausgangspunkt, der Vernagt Stausee im Schnalstal gegen 13Uhr erreicht. Doch nicht nur die Bergsteiger machten sich bereit, auch die Sonne stand in den Startlöchern und sollte in den nächsten Tagen reichlich zu sehen sein.

Das Ziel des Tages hieß Aufstieg auf die 3013m hochgelegene Similaunhütte, der alternative Unterschlupf. Statt des eher zähen Aufstieges über den Fahrweg von Vent aus, wählte man die 1300 Höhenmeter von Südtirol. Direkt am Stausee beginnend, über Kuhweiden langsam alpiner werdend eilten die Teilnehmer, begleitet von blühenden Alpenrosen der Hütte entgegen. Nach flotten 3h war das Tagwerk getan und die Sonne erwärmte die Getränke auf der Terrasse der Hütte. Der schöne Aufstieg ebenso wie der Anblick des Zimmers und des Abendessens, ließen jeden Gedanken an die Martin-Busch-Hütte verschwinden.

Der Abend wurde mit der Planung für den Freitag gefüllt: Ötzifundstelle am Tisenjoch, Hauslabjoch und dann über den Nord-Ost-Grat auf die Finailspitze (3514m). Nach dem Frühstück, startet man bei sich lichtendem Nebel zur Fundstelle. Der gut markierte, tief in Schnee gehüllte Weg führte abwechslungsreich zum Denkmal des Mannes aus dem Eis. Nach kurzer Rast und nun strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wurde bald das Hauslabjoch passiert und der Einstieg zum Grat erreicht.

Dank der guten Bedingungen konnte weder die 40° steile Firnflanke noch der ausgesetzte Gipfelgrat mit leichter Kletterei die Bergsteiger ins Schwitzen bringen. Außerdem leistete ein kühlender Wind seinen Beitrag zur famosen Sicht am Gipfelkreuz.

Da der Gipfel zur Rast nicht genug Platz bot entschied man sich diese nach dem Abstieg zum Einstiegspunkt zu halten. Ohne Wind und mit brennender Sonne entschied man sich für eine ausgiebige Siesta. Nach dieser Erholungspause ging es auf einer alternativen etwas anspruchsvolleren Route zurück auf die Terrasse der Hütte. Bei isotonischen Kaltgetränken konnte nun reichlich über das „harte Leben“ eines Hochtourers bei diesen Bedingungen gejammert werden. Beim Abendessen schweifte der Blick auf das Tagesziel des Samstages, den 3606m hohen Gipfel des Similauns, Namensgeber und Hausberg der Hütte.

Morgens früh konnte die Seilschaft feststellen, das ihr ständiger Begleiter die Sonne, schon wieder da war. Spätestens am Anseilplatz war klar: Traumtag mit Traumbedingungen. Sanft ansteigend stapfte die 5er Seilschaft schwitzend durch den tiefen Schnee des Niederjochferners. Im monotonen Bergtrott ging es auf breiter Spur durch den Naturpark Ötztal bis zum Einstieg am Westgrat. Dank der Steigeisen stellte auch dieser kein Hindernis dar und gegen viertel nach 9 schmetterten die Bergsteiger ein Geburtstagsgipfelständchen für ihren Kameraden.

Der herrliche Blick auf dem gut gefüllten Plateau sowie die Sonne veranlassten die Rottenburger Bergsteiger nochmals über das „Harte Leben der Hochtourer“ zu sinnieren. Die Aussicht auf ein erfrischendes Kaltgetränk und eine kurze Hose schienen die Seilschaft im Abstieg zu beflügeln. Ein letztes Mal konnte man sich das Geburtstagsbier auf der Terrasse schmecken lassen. Ein würdiger Abschied von der Hütte und der Region die uns 3 Tage lang mit Gipfel- und Wetterglück beschenkte und begeisterte.

Ein besonderer Dank gilt Bernd Widmann, der nicht nur organisierte und sicher führte, sondern auch klasse Wege fand und so diese großartigen Tage erst ermöglichte. Es bedanken sich, Jürgen Thoma, Ehepaar Müller und Martin Weigele

Termin: 04.07.13 – 06.07.13
Tourenleiter: Bernd Widmann

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