Flexibel umgeplant…

Vorarlberg statt Blauberge

Eigentlich wollten wir zur Eröffnung der Wandersaison ja eine Tour in den Blaubergen unternehmen. Angesichts der immer noch winterlichen Verhältnisse dort hat Friedbert umgeplant und so führte uns unsere Tour in Vorarlberg über Bocksberg und Hohe Kugel.

Treffpunkt war am Samstag früh in Rottenburg, von wo aus wir alle neun gemeinsam mit dem Teilauto-Bus in Richtung Götzis starteten. Eine gute Entscheidung gemeinsam zu fahren, denn so hatten wir Gelegenheit uns gemeinsam auf die Tour einzustimmen und konnten den Start- bzw. Endpunkt unserer Tour noch kurzfristig korrigieren.

Nach einer recht gemütlichen Fahrt erreichten wir den Bahnhof Götzis. Von dort ginge es zunächst mit dem Zug, dann mit dem Bus (wo wir schon den einen oder anderen netten Hinweis zu unserer Tour von Einheimischen bekamen) zum Startpunkt unserer Wanderung über der Alplochschlucht. Von dort ging es erstmal bergabwärts durch den Wald und über einen Steg durch die malerische Schlucht, ein guter Start zum Warmlaufen. Am Ufer des Staufensees vorbei ging der Anstieg dann über angenehme Waldwege an der Spätenbachalpe vorbei in Richtung Schuttannen.

Dort waren wir gegen Mittag angekommen und genossen bei einer Rast eine leckere Leberknödelsuppe. So gestärkt machten wir uns über Bergsteige und Wanderpfade auf in Richtung des ersten Gipfels unserer Tour, dem Bocksberg (1461 m). Auf halber Strecke teilten sich unsere Wege: Drei von uns machten sich über den recht steilen Wanderpfad durch den Wald auf den Weg in Richtung Gipfel. Die anderen nahmen die Route über den Fensterlisteig – eine kleine Herausforderung, denn erstmal musste der Einstieg gefunden werden… danach war der Steig gut zu klettern, etwa auf halber Strecke galt es dann das Fensterli zu überqueren. Am Baum in der Mitte des Steinbogens haben wir uns alle gut festgehalten. Danach ging es vorbei am Fensterligipfel – wo wir die Aussicht auf den Bodensee genossen – zum gemeinsamen Treffpunkt, von wo aus wir über mehrere Leitern den Gipfel des Bocksbergs erreichten.

Nach einer kleinen Rast stiegen wir wieder ab in Richtung Hinteralpe und Emser Hütte (1283 m). Leider fing es entgegen der Wetterprognose zu früh an zu regnen, sodass wir unser Zwischenziel, den Schönen Mann, auslassen mussten. Nach einer regennassen Stunde über schöne Wanderwege erreichten wir die Emser Hütte, ein empfehlenswertes, komfortables Naturfreundehaus. Abends stärkten wir uns mit Bergen von Wurstsalat und Kässpätzle und natürlich allerhand Getränken, spielten einige Runden Chicago, um dann erschöpft in unser Luxuslager (es waren Bettwäsche und Handtücher vorhanden!) zu fallen.

Tag zwei begann – nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht – mit einem großen Frühstück. Der Dauerregen der Nacht hatte aufgehört, sodass wir uns bei angenehmem Wanderwetter aufmachen konnten zu unseren heutigen Zielen. Von der Hütte aus ging es auf einem bequemen Wanderpfad stetig bergauf über regennasse Wiesen ebenso wie die letzten Schneefelder. Wir bewunderten die Krokusse und (manchmal) die Aussicht auf die umliegenden Berge und das Rheintal mit dem Bodensee. Nach einer guten Stunde erreichten wir unser erstes Tagesziel, die Hohe Kugel (1645 m), wo wir eine kurze Pause einlegten. Immer wieder machten die Wolken den Blick frei auf einzelne Gipfel, sodass wir reichlich Möglichkeit zu Mutmaßungen hatten…

Von der Hohen Kugel aus begannen wir den ersten (und relativ gemächlichen) Teil unseres Abstiegs über die Alpe Maiensäß weiter zur Hohen Lug. Anfangs führte unser Weg über ausgedehnte Schneefelder, dann über Frühlingswiesen mit schönen Blumen und neblige Wanderpfade. Zur Mittagszeit legten wir an einer (noch nicht bewirtschafteten) Alpe eine ausgedehnte Rast ein, schließlich mussten noch die üppigen, von zu Hause mitgebrachten Vesper verspeist werden. Von der Hohen Lug aus hatten wir nochmal einen schönen Blick über das Rheintal und die angrenzenden Berge. Der dann folgende Teil des Abstiegs war deutlich steiler und führte uns über einen schmalen Wanderpfad durch den Wald hinab zur Örflaschlucht. Durch die malerische Schlucht wanderten wir auf einem gemütlichen Weg zurück nach Götzis, wo wir uns zum Abschluss unserer Wanderung bei Kaffee und Kuchen für die Rückfahrt stärkten.

Nach einem kurzen Spaziergang quer durch Götzis erreichten wir schließlich den Bahnhof, wo wir unseren „Bus“ geparkt hatten. Von hier aus chauffierten uns Friedbert und Adelinde wieder sicher zurück nach Rottenburg.


Termin: 25. – 26. Mai 2019
Organisation/Führung: Friedbert Widmann
Bericht: Birgit Böhler