Randonnée à travers les Vosges

Es hatte geregnet und auch nach dem Frühstück waren die Höhen der Vogesen in dichte Wolken gehüllt. Es war deutlich abgekühlt und von guter Sicht konnte auch keine Rede sein. Egal, um 8:30 gings los; Ziel: die „Auberge de Schantzwasen“, 22 km entfernt.

Nach einer halben Stunde überquerten wir den Col de La Schlucht, den Bergpass zwischen Elsass und Lothringen, Talstation mehrerer Skilifte und Treffpunkt von Wanderern, Bikern, Motorrädern und Autofahrer, d.h. bei gutem Wetter einem wahren Rummelplatz. Heute ging es aber ruhig hier zu. Wir bleiben auf den Höhen entlang der Route des Crêtes, der Vogesen-Kammstraße. Die Kammlinie war gesäumt mit alten Grenzsteinen, die die wechselhafte Geschichte des Elsass zwischen Frankreich und Deutschland bezeugen und die heutige Grenze zwischen Elsass und Lothringen markieren. An der oberen Kante des steilen Kammabbruchs, immer zwischen 1200 und 1300 Metern, zog sich der Weg über Hochweiden („Hautes Chaumes“) und Heidelandschaften, immer wieder unterbrochen von felsigen Passagen.

Anfangs war die Fernsicht nach Osten noch stark getrübt und wir trösteten uns mit Frotzeleien („… mehr Sonne nur gegen Aufpreis“). Zunehmend verzogen sich die Wolken aber und ermöglichten phantastische Ausblicke. Tief unter uns lagen die Karseen, die wir am Nachmittag passieren sollten: der Lac Vert (Grüner See) und der Lac des Truites (Forellensee). Der Preis für die tolle Sicht war jedoch ein scharfer Wind und Temperaturen von nicht mehr als 10 Grad. Nicht wirklich ideal für eine Vesperrast, die wir gerne mal eingelegt hätten. Wir blieben jedoch noch weiter auf der Höhe, der Weg führte uns über den Gipfel des Tanet, über den senkrecht abfallenden Taubenklangfelsen bis zum Gazon du Faing und weiter Richtung Lac Blanc am Col de Calvaire. Am Lac Blanc angekommen gerieten wir endlich in den Windschatten, so daß wir an einer Bank hoch über dem „Weißen See“ endlich unser Vesperbrot auspacken und rasten konnten.

Auch der Lac Blanc ist ein eiszeitlicher Karsee, umgeben von steilen und felsigen Abhängen. Auf einer markanten Felsnadel, dem „Rocher Chateau Hans“, thront hier eine weithin sichtbare weiße Madonnenstatue, an die wir auf unserem weiteren Weg noch näher herankamen, deren direkter Besuch aber eine abenteuerliche Felskraxelei erfordert hätte. Wir begnügten uns mit dem Anblick.

Vorbei am Observatoire Belmont (kein Observatorium, sondern ein Aussichtsfelsen) führte der Weg jetzt durch dichten Wald steil bergab, bis wir schließlich auch den Lac Noir, den schwarzen See, ereichten. Hier bot sich an einem Gasthaus eine Kaffeepause an, die wir glücklicherweise auch wahrnahmen. Denn bald ergoß sich ein heftiger Regenschauer; wir flüchteten von der Terrasse ins trockene Innere und konnten das Ende des Regens gemütlich abwarten.

Wiederum durch Wälder und über Heide gelangten wir eine Stunde später zum äußerst idyllischen Forellensee, dem Lac des Truites. Ohne längeren Aufenthalt gings weiter. Plötzlich fehlten uns die Wegemarkierungen in Richtung Lac Vert; wir hatten uns im Wald verlaufen. Ohne echte Orientierung rätselten wir über den richtigen Weg, statt über die Ferme Auberge de Gaertlesrain gerieten wir auf einen Forstweg, der uns in einem weiten Bogen zum Lac Vert führte. Wir hatten dadurch unsere Strecke um vier Kilometer verlängert und rund eineinhalb Stunden verloren.

Eine halbe Stunde nach dem Lac Vert kam endlich nach einem erneuten steilen Anstieg über Seestaedtle die Auberge de Schantzwasen mit ihrer Rentierfarm in Reichweite, die wir schließlich recht erschöpft erreichten. Der Wirt hatte uns schon freundlich erwartet, nachdem wir unsere Verspätung angekündigt hatten, aber das Abendessen reserviert.

Jetzt kam das Auto von Peter und Marion zum Einsatz, das die beiden und mich nun wieder zurück zur ersten Herberge, dem Refuge Chalet des Trois Fours, bringen sollte, weil im Schantzwasen nicht ausreichend Platz für uns war. Die anderen sind mit einem hervorragenden Abendessen für die Strapazen des Tages entlohnt worden, während unsere Verpflegung im Trois Fours eher bescheiden ausgefallen war.

– Vorbereitung
– Freitag
– Samstag
– Sonntag

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